Seniorenstammtisch

Der Seniorenstammtisch besuchte am Mittwoch, dem 10.08.2016, die Waldenser Kirche in Walldorf.
Ursprünglich war beabsichtigt, mit den Fahrrädern durch den Wald am Mönchbruch vorbei nach Walldorf zu fahren. Da es aber während unserer geplanten Abfahrtszeit stark regnete, fuhren wir mit den Pkw´s.  
In Walldorf wurden wir von Herrn Pfarrer Stelzer und dem Vorsitzenden des Geschichtsvereins, Herrn Jakob, empfangen. Sie führten uns verbal durch die Geschichte der Waldenser.
Die Waldenser sind eine protestantische Kirche. Ursprünglich als Gemeinschaft religiöser Laien durch den Lyoner Kaufmann Petrus Valdes gegründet, wurden die Waldenser während des Mittelalters durch die katholische Kirche ausgeschlossen und durch die Inquisition verfolgt.
Petrus Valdes lebte im 12. Jahrhundert als reicher Kaufmann in Lyon. Er gab sein gesamtes Vermögen auf, organisierte Armenspeisungen und hielt mit seinen Anhängern Wanderpredigten ab. Es kam daraufhin zum Konflikt mit der Katholischen Kirche, die die sogenannten Waldenser als Ketzer bezeichnete. Nach ihrer Vertreibung aus Lyon wurden sie aktiv in Südfrankreich, Oberitalien, Spanien und Nordostfankreich. Sie erreichten auch den süddeutschen Sprachraum. Bis 1250 existierten hier bereits starke Gemeinden. Während der 300 Jahre andauernden Inquisition verloren tausende Waldenser ihr Leben auf dem Scheiterhaufen in halb Europa. Sie zogen sich zurück in schwer zugängliche Gebiete des Südfranzösischen Gebirges und in die piemontesischen Hochalpen. 1532 schlossen sich die Waldenser der Genfer Reformation an. Sie verließen den Untergrund, organisierten sich neu und bauten Kirchen in den piemontischen Waldensertälern. Dieser Anschluss brachte aber nicht den erhofften Frieden. Sie wurden weiter verfolgt, getötet und aus ihrer Heimat vertrieben. 1698 erfolgte die endgültige Vertreibung der französischen Waldenser. Große Gruppen von Waldensern und Hugenotten, die 1698 aus Piemont vertrieben wurden, fanden auch Aufnahme in Hessen. Landgraf Ernst Ludwig von Hessen verlangte von den französisch sprechenden Glaubensflüchtlingen einen Treueeid und gewährte ihnen Land an dem zu Mörfelden gehörenden Gundhof. Zeitweise waren hier über 400 Personen untergebracht. Nachdem die meisten von ihnen weitergezogen waren, verblieben noch 14 Familien mit insgesamt 56 Personen. Sie galten als Gründer Walldorfs und somit auch als Gründer der evangelischen Kirchengemeinde Walldorf. 1715 verleiht der Landgraf offiziell den Ortsnamen Walldorf.
1805 wurde die Waldenser Kirche fertiggestellt. Seit 1815 wird der Gottesdienst nicht mehr in französischer Sprache abgehalten. 
Wie bereits erwähnt, gibt es in den Waldenserkirchen kein Kreuz und keinen Altar. 
In der alten Kirche befindet sich aber seit der letzten Renovierung ein Holzkreuz. Angeblich hatte der Schreiner nach der Treppenerneuerung In der alten Kirche aus den Holzresten ein Holzkreuz gefertigt und aufgehängt.
1964 wurde in unmittelbarer Nähe die neue evangelische Kirche errichtet (ohne Kreuz und ohne Altar). In ihr hängt ein großer Leuchter (das Wappen der Waldenser). Er soll die Worte aus dem Johannesevangelium versinnbildlichen „das Licht leuchtet in der Finsternis“.
Zum Abschluss servierte uns Pfarrer Stelzer noch ein Erfrischungsgetränk. Zufälligerweise trafen sich im Nebenraum die Frauen vom evangelische Frauenkreis zu einem Grillnachmittag. Da sie sich reichlich mit Grillbratwürsten eingedeckt hatten, wurden wir aufgefordert, an ihrer großen Tafel Platz zu nehmen. Wir hatten keine triftigen Gründe, die Einladung abzulehnen und mussten wohl oder übel eine Bratwurst verzehren.
Den Walldorfer Damen vom Frauenkreis, Herrn Pfarrer Stelzer und Herrn Jakob sei für ihre Gastfreundschaft herzlich gedankt.

Hans Biebel

Seniorenstammtisch

Ausflug

Ausflug am 10.08.2016

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